MOBA-Time Funkempfänger

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MOBA-Time Funkempfänger

Beitragvon Phalos » Sa 11. Mär 2017, 16:18

Ich habe vor kurzem ja zwei alte Bahnhofsuhren retten können.
In der größeren der beiden befand sich eine Steuerung von MOBA-Time und ein dazugehöriger Funkempfänger, welcher außerhalb der Uhr mit am Mast hing.

Schon beim Anschluss wunderte ich mich, dass die Steuerung keinen Funkempfang anzeigte, obwohl der Empfänger angeschlossen war.
Also öffnete ich ihn und sah, dass einmal Wasser eingedrungen war und viele SMD-Bauteile weg-korrodiert waren.
Mir fiel auch auf, dass der Empfänger nur zwei Kabel hatte. Plus und Minus mit einer Gleichspannung von 24 Volt darauf. Vielleicht wird das Signal ja irgendwie auf die Betriebsspannung moduliert - dachte ich mir.
Ich schrieb dann einmal die Firma MOBA-Time an und fragte, ob es diesem Empfänger noch für Privatleute zu kaufen gäbe. Und das tut es auch, allerdings kostet der Empfänger satte 213€!!! :shock:

Das war mir zu viel! Das muss auch einfacher gehen, dachte ich mir. Also habe ich etwas recherchiert wie so DCF-Signale übertragen werden können. Und ich fand dann etwas was sich "15mA-SINK" nennt. Der Vorteil ist, dass das Signal damit lange Kabel übertragen werden kann.

Ich habe dann einmal getestet was passiert wenn ich die beiden Drähte von der Zuleitung zum Empfänger (den ich mittlerweile abgelötet hatte) mit einem 10 Ohm Widerstand brücke. Und tatsächlich, sobald die Leitung "kurzgeschlossen" wurde leuchtete die LED in der Steuerung für "DCF-Kontrolle". Also war es tatsächlich ein 15mA-SINK!

Also ab ans Zeichenbrett und einen einfachen Schaltplan entworfen der mit jeder einfachen DCF-Antenne die es so zu kaufen gibt bei Conrad, Pollin und Co. funktioniert.
Das ganze ist eigentlich ein einfacher Verstärker, welcher das DCF-Signal verstärkt und am Ende eine rote LED zum Leuchten bringt - im Takt des Empfangenen DCF-Signals. Während die LED leuchtet fließen mind. 15mA über die Betriebsleitung. Dadurch sinkt die Spannung rapide ab, was wiederum von der Hauptsteuerung als Signal erkannt wird.

Diese Steuerung funktioniert perfekt und ich lehne mich mal soweit aus dem Fenster und behaupte, dass es bei jeder MOBA-Time Steuerung mit DCF-Anschluss funktioniert.
Also anstatt über 200€ für so eine 10€-Schaltung auszugeben, könnte man es auch erst einmal selbst ausprobieren!

Natürlich mache ich nicht so ein Geheimnis aus der Schaltung wie MOBA-Time. Bitte - jeder sollte was davon haben! ;)

Der Gleichrichter in der Zuleitung ist ein Verpolungsschutz. So liegen an der Schaltung die 24V immer richtig an, egal wie rum man die Zuleitungsdrähte an die Steuerung anschließt

DCF Antenne.JPG
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Re: MOBA-Time Funkempfänger

Beitragvon besra » So 12. Mär 2017, 15:28

Hi Phalos,

cool, so relativ einfach kann es manchmal sein. Dieser 15mA current sink scheint weit verbreitet zu sein, war mir bislang nicht bewusst. Warum wohl ausgerechnet 15mA? Hauptsache es geht!

Grüße
Bernd
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Re: MOBA-Time Funkempfänger

Beitragvon Phalos » So 12. Mär 2017, 15:50

Die 15mA gehen sich halt recht gut mit dem Flussstrom einer roten LED aus. Diese wird dann als Indikator für den Empfang gleich verwendet.
Theoretisch hätte man auch andere Ströme nehmen können. Man kann die LED auch weg lassen und nur einen Widerstand von 1,6kR verwenden.
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Re: MOBA-Time Funkempfänger

Beitragvon derTeichfloh » Mo 13. Mär 2017, 19:41

DANKE für Zeigen und Erklären.
Ich hab mich schon lange gefragt, wie diese MOBA-Steuerung das Signal über 2-Adern und über lange Strecken überträgt. Dachte zuerst an ein "aufgeschaltetes" Digi-Signal. Aber die kochen auch nur mit Wasser......

Gruss,
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Re: MOBA-Time Funkempfänger

Beitragvon Phalos » Fr 17. Mär 2017, 10:49

In der Tat, ja.
Aber es ist nun eine kostengünstige Alternative zum Original-Empfänger.
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