Drehpendeluhr galoppiert

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Drehpendeluhr galoppiert

Beitragvon Ticktack99 » Fr 28. Okt 2016, 11:02

Guten Tag,

ich bräuchte mal etwas Hilfe zur Justage der korrekten Einstellung des Eingriffs bzw. Abfalls.

Das Drehpendel schwingt mit der richtigen Frequenz und Schwingungsweite.

Trotzdem galoppiert machmal die Uhr.
Vielen Dank für die freundliche Unterstützung

LG Joachim
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Re: Drehpendeluhr galoppiert

Beitragvon Der_Stromer » Fr 28. Okt 2016, 14:21

Hallo, Joachim.
Du bist dem Fehler schon auf der richtigen Spur! Die Hemmung ist nicht richtig eingestellt. Und zwar fällt anscheinend der Hemmzahn nicht HINTER die Palette auf Ruhe, sondern auf die Hebefläche. Also musst Du den Eingriff minimal tiefer stellen. Danach aber immer wieder den Abfall neu einstellen, sonst pendelt die Uhr aus.
Hallo aus der Oberpfalz
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Re: Drehpendeluhr galoppiert

Beitragvon Ticktack99 » Sa 29. Okt 2016, 10:46

Wie würdest Du da vorgehen? Zuerst die Antriebsfeder erst enspannen, oder direkt im Betrieb mit aufgezogenem Uhrwerk?
Vielen Dank für die freundliche Unterstützung

LG Joachim
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Re: Drehpendeluhr galoppiert

Beitragvon Der_Stromer » Sa 29. Okt 2016, 18:23

Tja,
Wenn ich nur wüsste, um welche der vielen 100 Drehpendeluhren es sich bei Deiner handelt :shock:

Aber einfach eine Frage in den Raum werfen und erwarten, dass jetzt so was kommt, wie "da musst Du jetzt an der Schraube links oben drehen und die Kurbel durch die Lasche....." Nee, das geht nicht.

Mach mal ein paar Bilder der hinteren Platine und wenn möglich auch Bilder der Hemmung, Gabel und so. Dann frage nochmal.
Hallo aus der Oberpfalz
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Re: Drehpendeluhr galoppiert

Beitragvon walter der jüngere » Fr 4. Nov 2016, 14:57

Ticktack99 hat geschrieben:Wie würdest Du da vorgehen? Zuerst die Antriebsfeder erst enspannen, oder direkt im Betrieb mit aufgezogenem Uhrwerk?


Hallo,

ich denke, es geht in Ordnung, wenn ich hier kurz etwas dazu schreibe (obwohl die Frage ja zunächst mal an Stromer gestellt war).

Ganz grundsätzlich sollte man an Uhrwerken bei aufgezogener Feder / aufgezogenen Federn auf keinen Fall an der Hemmung oder an was auch immer herumexperimentieren.

Warum?

Abgesehen davon, daß ein ziemliches Risiko darin besteht, daß das Werk dabei einen irrepabablen Schaden abbekommt, besteht auch eine z.T. nicht unerhebliche Verletzungsgefahr bei Arbeiten an Uhrwerken mit nicht abgespannter Feder.
Insofern: Die Feder(n) auf jeden Fall abspannen, und dann erst justieren, bzw. irgendetwas am Uhrwerk machen.
Das gilt grundsätzlich und für alle Uhrwerke, und wenn es sich um eine Uhr mit Schlagwerk handelt, matürlich auch für die Schlagwerkfeder(n) - auch wenn "nur" etwas am Gehwerk gemacht werden soll bzw. umgekehrt natürlich auch für die Gehwerkfeder, wenn etwas am Schlagwerk getan werden muss.

Um das ggfs. etwas häufigere Prozedere des Aufziehens bzw. Abspannens von Federn zwischen den einzelnen Grobjustierungen etwas zu vereinfachen, ist es sicher von Vorteil, die Feder(n) in dieser Reparaturphase nicht voll aufzuziehen.
Im Gegenteil, bei nur gerade ausreichender Federspannung lässt sich aus meiner Erfahrung heraus gerade der Abfall der Hemmung leichter kontrollieren, aber auch so manch anderer Fehler viel einfacher und schneller finden.

Walter d. J.
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Re: Drehpendeluhr galoppiert

Beitragvon Gnomus » Fr 4. Nov 2016, 21:53

walter der jüngere hat geschrieben:Im Gegenteil, bei nur gerade ausreichender Federspannung lässt sich aus meiner Erfahrung heraus gerade der Abfall der Hemmung leichter kontrollieren, aber auch so manch anderer Fehler viel einfacher und schneller finden.

Das kann ich nur bestätigen! Bei voller Federspannung wird so mancher Fehler (z.B. falscher Abfall) gar nicht bemerkt. Erst bei geringerer Kraft wird der Einfluß mancher Fehlerquellen ausreichend groß, daß man ihn überhaupt erkennt.
Das gilt übrigens besonders bei Schlagwerken, wenn die Zahnräder untereinander nicht die richtige Stellung zueinander haben. Aber zu dem Thema hab ich mir schon öfter die Finger wund geschrieben.
Gruß
Micha
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Re: Drehpendeluhr galoppiert

Beitragvon Der_Stromer » Sa 5. Nov 2016, 19:03

Hallo Walter, Gnomus.

Ja, genau so wird es gemacht. Denn wie soll man(n) die Hemmung untersuchen, wenn das Hemmrad sich nicht drehen kann? Aber zu viel Kraft darf beim Einstellen da auch nicht drauf sein, sonst bekommt man kein vernünftiges Ergebnis hin.

Und natürlich: Vor Demontage irgend welcher Räder immer die Feder Ablassen! Sonst großes Au nicht nur fürs Werk :roll: .

Aber die Frage war ja nach Justage einer bestimmten Hemmung. Und dazu hätte ich gerne Bilder und nicht nur eine Frage.
Ich habe es leider schon oft genug erlebt, dass nachher der Vorwurf kam "Aber Sie haben doch ......" :?
Hallo aus der Oberpfalz
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