Turmuhr Betreuung

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Turmuhr Betreuung

Beitragvon Uhr-Micha » Do 6. Okt 2016, 14:44

Hallo ich bin Micha.
Zur Zeit betreue ich die Turmuhr.
Die Uhr kenne ich schon seit meiner Kindheit.
Als gelernter Mechaniker habe ich auch schon Reparaturen daran gemacht.
Die Uhr ist etwas wetterfühlig und bleibt bei Wetterumschwung gern mal stehen.
Da ich z.Z.die Verantwortung habe, haben sich einige Fragen aufgetan.
Kann ich Gewichtsscheiben auf Gewicht vom Werk legen ?
Wie "hart" sollte die Uhr ticken ?
Grundstellung für die Hemmung (müsste Grahmhemmung sein)
Längeneinstellung vom Pendel bzw. Grundstellung ?
bzw. wie reguliere ich das Pendel ein.
Wie starte ich das Pendel eigentlich fachlich richtig ?
Ich habe mir jetzt den Pendelweg am Boden aufgezeichnet.
Mit einem Holzklötzchen kann ich das Pendel vom Endpunkt starten.
Grüße Micha
Uhr-Micha
 
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Re: Turmuhr Betreuung

Beitragvon steffl62 » Fr 7. Okt 2016, 08:22

Hallo Micha,
zuerst mal herzlich willkommen hier im Forum! ;)

Zum Gewicht: Eine Faustregel die ich zumindest bei meinen Wiener Regulatoren anwende ist bei frisch gereinigten und geölten Werken durch Versuche das Mindestgewicht zu ermitteln mit dem die Uhr gerade noch läuft und dann diesen Wert für den täglichen Gebrauch um 10% zu erhöhen. Ich denke mal das sollte bei einer Turmuhr auch funktionieren. Zu schwere Gewichte erhöhen die Abnutzung im Werk, also am besten das Gewicht immer so gering halten das die Uhr gerade noch verlässlich läuft.

Zum Pendel: Die Pendellänge bestimmt wie schnell bei der Uhr die Zeit vergeht. :D Geht die Uhr zu langsam ist das Pendel zu lange, geht sie zu schnell ist das Pendel zu kurz. Einreguliert wird dann so das die Uhr halt möglichst genau geht. Wie weit das Pendel ausschwingt (die sogenannte Amplitude) hat damit prinzipiell nichts zu tun. Die ist eher eine Angabe über die Antriebskraft die vom Werk auf das Pendel wirkt. Wenn du mehr Antriebsgewicht auf das Gehwerk gibst wird auch die Amplitude größer.

Zum Anwerfen des Pendels ist es eigentlich nur wichtig das Du das Pendel langsam und mit Gefühl bis zum ersten Tick-geräusch des Werks bewegst und es dann los lässt. Dafür siehst Du Dir vorher an, an welcher Palette der Hemmradzahn anliegt und bewegst dann das Pendel in die Richtung in die der Zahn frei gegeben wird.
Bitte das Pendel auch nicht zu weit bewegen sonst kann es sein das Du den Abfall verstellst oder, im schlimmsten Fall, eine Palette oder einen Zahn des Ankerrades beschädigst. Es ist nicht notwendig das Pendel vom einem Endpunkt aus zu starten, das regelt sich dann schon von selbst ein, vom ersten Tick (auslösen der Hemmung) aus reicht völlig.

liebe Grüße aus Wien,
Christian
.
Fragen, Korrekturen und Ergänzungen zu meinen Beiträgen sind ausdrücklich erbeten und gewünscht!
steffl62
 
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Re: Turmuhr Betreuung

Beitragvon Uhr-Micha » Fr 7. Okt 2016, 19:05

Danke für das Willkommen im Forum.

War eben wieder Uhr aufziehen. Diese Woche 2min nach :(
Die Uhr kenne ich eigentlich schon von Kindertagen an.
Hersteller ist die Fa.Zschariä Leipzig
Leider ist keine Plakette mit Nummer drann.
Als Kleinkind verrostet und kaputt.
Ende der 80ziger wurde das Werk hergerichtet und auf wöchentliches Gehwerk umgebaut.
Über die Jahre habe ich immer mal wieder in Vertretung aufgezogen.
Mit 16 als Lehrling habe ich mal einige Reparaturen gemacht.
(Zeiger waren loose, Mitnehmer für das Stundenschlagwerk abgenutzt alles gereinigt....etc. )
Das ist ja 20 Jahre her........seither lief sie.

Habe gleich mal mit den Gewichten probiert.
Alle Zusatzscheiben runter ca 15-20mm stark ca 150 Durchmesser........lief immer noch.

Die Hämmung scheint genau eingestellt zu sein.
Die Ankerplatten greifen beide gleich in das Ankerrad.
(Allso Finger weg)

Für den Pendelstart hatte ich mir wieder mein Startklötzchen aufgebaut.
(ganz leicht vom Pendel weg)
Dabei ist mir aufgefallen zwischen halb und dreiviertel lief da Pendel normal
Zwischen dreiviertel und um begann das Pendel gegen das Klötzchen zu stoßen.
Also muss sich ja die Amplitude erhöht haben.
Das deutet doch auf eine Schwergängnigkeit im Zeigerantrieb hin oder ?
Ist mir aber schon vor 20 Jahren aufgefallen das die Zeiger mit den Gewichten innnen nicht 100% ausgewuchtet sind.

Falls ich den Job mal übernehme möchte ich jetzt schon alles mal in einem Büchlein notiren.

Soll ich mal Bilder machen ?

Grüße Micha

Grüße Micha

Für
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Re: Turmuhr Betreuung

Beitragvon besra » Fr 7. Okt 2016, 19:24

Soll ich mal Bilder machen ?

Hallo Micha,

ja, Bilder wären interessant! Ich habe zwar so oder so keine Ahnung von Turmuhren, aber interessieren würde mich schon, wovon Du da sprichst ;) Wahrscheinlich findet sich hier im Forum auch noch jemand, der Dir richtig gut helfen kann, wenn er die Details sieht.
Zum Thema Bilder einfügen im Forum gibt es hier eine Beschreibung.

Viele Grüße
Bernd
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Re: Turmuhr Betreuung

Beitragvon Uhr-Micha » Sa 8. Okt 2016, 16:33

Hier mal ein Bild vom Uhrwerk.

Ich hoffe auch auf Erfahrungsaustausch hier im Forum.
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Re: Turmuhr Betreuung

Beitragvon Uhr-Micha » Di 29. Nov 2016, 12:16

Irgendwie schade das keiner mehr antwortet.
Davon lebt doch ein Forum

Grüße
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Re: Turmuhr Betreuung

Beitragvon gebuwa » Di 29. Nov 2016, 16:28

Ruhig Blut Pferdchen.

Mit Sicherheit wird dir hier weitergeholfen, siehe auch meine PN.

Gruß

Gerd
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Re: Turmuhr Betreuung

Beitragvon Ursus » Do 1. Dez 2016, 11:10

Uhr-Micha hat geschrieben:Dabei ist mir aufgefallen zwischen halb und dreiviertel lief da Pendel normal
Zwischen dreiviertel und um begann das Pendel gegen das Klötzchen zu stoßen.
Also muss sich ja die Amplitude erhöht haben.

Grüße Micha


Sind die Zeiger austariert? Bei langen, schweren Zeigern ist dies notwendig.

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Re: Turmuhr Betreuung

Beitragvon Der_Stromer » Do 1. Dez 2016, 18:45

Uhr-Micha hat geschrieben:Irgendwie schade das keiner mehr antwortet.
Davon lebt doch ein Forum

Grüße


Was sollen wir den sagen und raten ohne etwas sehen zu können?

Mach mal Bilder von der Hemmung, dem Zeigerwerk und vor allem von der Rückseite der Zeiger (ich weiß, da kommt man schlecht hin zum Fotografieren, aber durch die Revisionsluke zur richtigen Zeit klappt das schon). URSUS hat es schon geschrieben: Die Zeiger müssen absolut richtig austariert sein, sonst geht die Uhr falsch! Und das kann man sehen, wenn man durch die Luke schaut. Es kann sein, dass die gewichte auf der kurzen Seite der Zeiger abgefallen sind und daher die Probleme kommen.

Und wie gesagt: Für eine einigermaßen aussagekräftige Ferndiagnose braucht es immer Bilder. Wir sind doch keine Hellseher :o Dein Bild, das Du da zeigst, ist vollkommen unbrauchbar um auch nur in etwa den Grund des Problems erkennen zu können. Zeigt es doch lediglich die Kontrolluhr!
Hallo aus der Oberpfalz
Rolf-Dieter, der Stromer

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