Königliche Uhrmacher in Berlin

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Re: Königliche Uhrmacher in Berlin

Beitragvon Chroniker » Do 5. Apr 2018, 01:57

Hallo,

hier noch ein Bild Deines Vorfahren: Als Teilnehmer eines Optiker-Kurses im Jahr 1925.

V.D.Höh, 1925-2.jpg
V.D.Höh, 1925.jpg


Die Qualität ist allerdings etwas bescheiden.

Freundliche Grüße!

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Re: Königliche Uhrmacher in Berlin

Beitragvon Chroniker » Do 5. Apr 2018, 12:41

Hallo Gerd,

ich habe nochmals alle mir zur Verfügung stehenden Unterlagen durchgesehen, besonders die im Handelsregister eingetragenen Uhrmacher des Ortes Wesel. Ergebnis: Carl (Heinrich) von der Höh wird in diesen Unterlagen nicht genannt.

In der Brückstraße in Wesel gab es aber ein sehr großes und auch sehr altes Geschäft namens Beckmann. Dieses Geschäft wurde schon 1830 gegründet und wird um das Jahr 1900 und noch bis in die 1930er Jahre für den Handel mit Uhren, Optik, Schmuck und physikalische Instrumente genannt. Inhaber war aber bereits um das Jahr 1900 schon nicht mehr die Familie Beckmann, sondern ein Herr Bartmann, aber das Geschäft hieß immer noch "Beckmann".

Carl (Heinrich) von der Höh wird in den Uhrmacherzeitungen zwar gelegentlich genannt, aber eigentlich immer nur im Zusammenhang mit Optik.

Das ergibt für mich nun die Vermutung, dass Dein Vorfahre immer nur ein Optiker war und den Großteil seiner beruflichen Tätigkeit als Optikermeister in einem Uhren und Optik-Geschäft angestellt war.

Es ist auch sehr gut vorstellbar, dass Carl von der Höh zum Ende seiner beruflichen Laufbahn doch noch ein eigenes Uhren- und Optik-Geschäft hatte; für die Uhren aber auch einen Uhrmachermeister anstellen musste. Und dass der Geschäftsname gar nicht auf Carl von der Höh geändert wurde.


Dies ist mein Eindruck nach den mir zugänglichen Unterlagen. Wie denkst Du darüber?

Freundliche Grüße!

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Re: Königliche Uhrmacher in Berlin

Beitragvon Barney Green » Do 5. Apr 2018, 13:26

Ich vermute auch, dass der Schwerpunkt auf der Optik lag. Das eigene Geschäft existierte aber ab 1904 (und damit nicht erst am Ende der Laufbahn) tatsächlich und bei dem Einbruch 1933 wurde es ja als "Goldwarengeschäft" bezeichnet. Und Carl von der Höh wurde als Mitglied der "Gesellschaft der Freunde des Lehrlings- und Fachschulwesens im Uhrmachergewerbe" geführt. Also liegt der Schluß nahe, dass es ein Mischgeschäft aus Optik, Uhren und wahrscheinlich auch Schmuck war.
Es ist gut möglich, dass die Uhren reine Handelsware waren und Carl von der Höh als Geschäftsinhaber von der Ausbildung her Optikermeister und nicht Uhrmacher war.

Hier ein Ausschnitt aus "UnserSchaufenster!" aus Schermbeck von 2012:
"Nach 33-jähriger Leitung des Optiker-Betriebes von der Höh hat der 73-jährige Karl-Heinz von der Höh den Betrieb nun an zwei Oberhausener Augenoptikermeister verkauft, in deren Auftrag Martin Tröster den Schermbecker Betrieb in der Mittelstraße 49 leitet.
Karl-Heinz von der Höh arbeitete zunächst im elterlichen Betrieb in Wesel. Dort hatte sein Großvater Carl im Jahre 1904 ein Optik-Geschäft eröffnet, das nach dem Zweiten Weltkrieg vom Vater Carl weitergeführt wurde. Doch vor 33 Jahren entschloss sich Karl-Heinz von der Höh, einen eigenen Betrieb in der Schermbecker Mittelstraße 19 zu eröffnen. Seit Ende 1987 befindet sich das Geschäft „Augenoptik von der Höh“ an seinem jetzigen Standort in der Mittelstraße 49.
..."

D.h. dass das Geschäft in Wesel von 1904 bis 1979 existiert haben müsste, geführt bis irgendwann nach dem zweiten Weltkrieg von Carl, danach von Karl-Heinz von der Höh.
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Re: Königliche Uhrmacher in Berlin

Beitragvon Chroniker » Do 5. Apr 2018, 13:40

Na prima Barney, das hat sich ja doch eindeutig klären lassen.

Wirklich stutzig wurde ich, dass ich den Namen Carl von der Höh in keinem Uhrmacheradressverzeichnis des Ortes Wesel gefunden habe. Und dann fiel mir auf, dass er eigentlich immer nur als Optiker erwähnt wird.

Ergebnis: Eine prima Recherche!

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Re: Königliche Uhrmacher in Berlin

Beitragvon Gerd-17 » Do 5. Apr 2018, 15:39

Hallo Chroniker und Barney,
da habt ihr ja super recherchiert. Die "Lehrgangsbilder" kannte ich nicht. Vielen Dank.
Das Geschäft von Carl H. von der Höh bestand seit 1904 auf seinen Namen. Sein Sohn Carl übernahm das Geschäft nach dem Tod von Carl H. v d Höh 1941, der es dann 1979 verkaufte.
Es ist gut möglich, dass Carl H. v d Höh die Uhren nur verkaufte und hauptsächlich als Optikermeister tätig war. Das werde ich aber noch versuchen heraus zu finden.
Das Foto wurde vor 1913 aufgenommen.

Das Schermbecker Geschäft war eine Gründung vom Enkel Karl-Heinz. Es wurde verkauft, existiert aber nicht mehr.

Beste üße
Gerd

Geschäft-CvdH-1913.jpg
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Re: Königliche Uhrmacher in Berlin

Beitragvon Barney Green » Do 5. Apr 2018, 19:24

So, auch die Handelsregistereointragung ist nun lokalisiert. War nur schwer zu finden weil der Vorname hier mit "K" geschrieben wurde.
Am 1.3.1914 findet sich in der Leipziger Uhrmacherzeitung folgende Notiz:

Wesel. In das Handelsregister ist die Firma "Karl von der Höh" zu Wesel eingetragen worden. Inhaber ist der Uhrmacher Karl von der Höh zu Wesel.

Hier wird er also tatsächlich als Uhrmacher genannt.
Da es in Wesel noch mehrere andere zum Teil langjährig existierende Uhrmachergeschäfte gab, hat sich Carl von der Höh wahrscheinlich zu differenzieren versucht und sich vielleicht mehr oder weniger notgedrungen auf die Optik spezialisiert.

Übrigens wurde der Artikel über den Kursus in noch zweit weiteren Uhrmacherzeitungen abgebildet, das Bild ist das gleiche, aber das Druckbild doch etwas unterschiedlich wenn auch keinesfalls besser. Daher für ich die Fotos und die Ausschnitte hier noch einmal bei:

Von der Höh.jpg

Kursus.jpg

Kursus2.jpg

Von der Höh2.jpg
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Re: Königliche Uhrmacher in Berlin

Beitragvon Gerd-17 » So 8. Apr 2018, 10:41

Hallo Barney,
danke für Deine Mühe mit den Bildern.
Carl von der Höh wurde in verschiedenen Dokumentationen Uhrmacher bzw. Uhrmachermstr. genannt. ZB in Steuerakten oder schon im Adressbuch von Wesel aus dem Jahr 1906. Die Optik war dann wohl seine hauptsächliche Tätigkeit. Die Schmale Brückstr. 246 war die erste Geschäftsadresse. 1909 war es dann die Brückstr. 23.
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