Barocker Uhr(körper) in neugotischem Gewand

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Barocker Uhr(körper) in neugotischem Gewand

Beitragvon Pinbally » Mi 2. Sep 2015, 13:22

Hallo miteinander,

da im Titel "Merkwürdige Stutzuhr" über eine Uhr geschrieben wurde, deren Werk und Gehäuse für die einen zusammengehört und für die anderen nicht (für mich eben nicht), möchte ich euch auch ein Beispiel aus meiner Sammlung zeigen, wo Werk und Gehäuse meiner Meinung nach auch nicht zusammengehören.

Interessant am Werk ist, das mit einem Werk Stunden und Viertelstunden geschlagen werden. Ach ja, merke gerade, das sie auch ein Weckwerk dabei hat. Hier wäre also doch so ein "doppelter" Schlüssel notwendig. Signiert ist sie oben auf der Plakette übrigens mit "Jacob Machatick in Tabor". Vielleicht hätte ja wer Unterlagen bzw. Daten über den Uhrmacher. Ich habe leider nichts gefunden, interessant wäre es aber schon.

Erst wollte ich einen neuen Kasten anfertigen lassen, habe aber bis heute niemanden gefunden, der das ordentlich kann. Darüberhinaus sind die Preise für solche Barockuhren so gefallen, das diese Idee mittlerweile weit über den Wert der Uhr geht. Ideal wäre natürlich, einen alten, passenden Originalkasten zu finden. Aber das ist wahrscheinlich aussichtslos.

So, jetzt bin ich auf eure Meinungen gespannt.

Grüße

Michael (P.S: versuche die Tage, noch bessere Fotos zu machen)
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Re: Barocker Uhr(körper) in neugotischem Gewand

Beitragvon droba » Mi 2. Sep 2015, 15:18

Hallo Michael,

ja, ich kann Dir zustimmen: Uhrwerk und Gehäuse sind vermutlich zu unterschiedlichen Zeitpunkten entstanden.

Aber ich finde, Du bist mit Deinem Urteil etwas hart, denn das Gehäuse wurde nach meinem Eindruck sehr wohl für dieses Werk hergestellt und nicht für ein anderes Uhrwerk. Und es handelt sich dabei um eine sehr gekonnte Schreiner-Arbeit! Ich finde das neogotische Gehäuse sogar sehr schön!

Finden sich auf dem Gehäuse irgendwelche Aufschriften oder Zahlen, die vielleicht eine Datierung ermöglichen?

In meinen Unterlagen habe ich über den Uhrmacher Jakob Machatick in Tabor (interessanter Name für einen böhmischen Uhrmacher!!) nichts gefunden. Allerdings habe ich nur den "alten" Abeler- nicht den Neuen. Auch wird in den mir vorliegenden Uhrmacherzeitungen kein Uhrmacher dieses Namens aufgeführt.

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Re: Barocker Uhr(körper) in neugotischem Gewand

Beitragvon walter der jüngere » Mi 2. Sep 2015, 19:15

Hallo,

@ droba: Auch im neuen "Abeler" ist der Name "Machatick" nicht verzeichnet.

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Re: Barocker Uhr(körper) in neugotischem Gewand

Beitragvon Pinbally » Do 3. Sep 2015, 08:43

Hallo droba,

aus der Erinnerung heraus weiß ich nichts von irgendwelchen Inschriften im Gehäuse. Aber ich werde das bei Gelegenheit noch einmal genauer untersuchen. Das Werk würde ich auf ca. 1770 - 1780 (wegen dem gravierten Zahlenreif) einschätzen, den Kasten auf ca. 1860. Was meint ihr zur dieser zeitlichen Einschätzung?

Spindelhemmung hat sie sowieso, aber die wurde ja bis weit nach 1800 verwendet, soweit ich das an anderen Uhren beobachtet habe.

Grüße

Michael
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Re: Barocker Uhr(körper) in neugotischem Gewand

Beitragvon droba » Do 3. Sep 2015, 19:52

Hallo Michael,

mein Eindruck ist bisher, dass das Gehäuse speziell für dieses Uhrwerk als gesonderte Auftragsarbeit angefertigt worden ist, denn das Zifferblatt passt perfekt hinter den Rahmen der Glastüre. Nichts wird durch die Türleisten verdeckt.

Schau Dir das Gehäuse bzw. die Montagepunkte des Werkes im Gehäuse nochmal genau an: An weiteren Bohrlöchern, an der Schraubenart und/oder an der Farbe des Holzes in Bohrlöchern lässt sich in der Regel zweifelsfrei feststellen, ob Uhrwerk und Gehäuse erst vor kurzem oder schon vor mehr als 100 Jahren zusammen gekommen sind.



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