Bauteilbestimmung einer Wanduhr

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Bauteilbestimmung einer Wanduhr

Beitragvon Andi1888 » So 22. Mai 2016, 19:58

Hallo Uhrenliebhaber,

ich habe eine Uhr bekommen. Kann mir jemand sagen welchen Zweck das rot umrandete Bauteil hat? Ist es dafür da, den Hammer abzufedern damit nicht mehrmals "geschlagen" wird, oder dient es eher dem "deaktivieren" des Glockenschlags? Ich habe ein ähnliches Uhrwerk und bei meinem fehlt dieser Bügel.

fiZ7p_o.jpg




Vielleicht kann mir jemand noch allgemein etwas zu der Uhr sagen, im Netz habe ich nicht wirklich Informationen gefunden.

tVj8r_o.jpg


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J7tzo_o.jpg


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Oickj_o.jpg


FmR79_o.jpg


R5Voi_o.jpg


JcBZE_o.jpg


Bei meiner Uhr schlägt außerdem die Pendelverlängerung, also dieses Bauteil:

HWys6_o.jpg



immer in der Pendelgabel hin und her. Dadurch habe ich zusätzlich zum normalen "tick...tack" noch ein blechernes Klicken welches sich auch auf das Pendel überträgt. Kann man das verhindern? Kann das an einer falschen Pendelfeder liegen, diese musste ich bei der Uhr nämlich ersetzen.
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Re: Bauteilbestimmung einer Wanduhr

Beitragvon petsch » Mo 23. Mai 2016, 10:14

Hallo Andi,
herzlich willkommen bei uns im Forum.
Zuerst etwas zu Deinen Fotos. Ich speicher die jetzt ab und lagere die auf unseren Server um, aber in Zukunft bitte ich Dich das selbst zu machen (also als Anhang beim Beitragschreiben anhängen und damit gleich auf unseren Server laden). Das verhindert, dass irgendwann einmal die Beiträge durch gelöschte Fotos unbrauchbar geworden sind).

Und zu der Uhr :

Deine erste Annahme ist richtig, dieser Drahtbügel dient der Abfederung des Hammers.
Zum Deaktivieren könnte man ihn nur ein paar Mal benutzen, dann würde er wahrscheinlich abbrechen.

Die Uhr ist ein sogenannter Freischwinger, irgendwann um 1900 gebaut. Beim Hersteller bin ich mir nicht ganz sicher, der Hirsch ist eigentlich das Zeichen von Matthias Bäuerle, aber der Begriff Glockengong ist auf die Uhrenfabrik Bernhard Paschen in Hagen registriert.
Wie das zusammenhängen kann, kann ich nicht erklären, aber da kann uns vielleicht noch jemand anderes weiterhelfen oder Vermutungen anstellen.

Dieses zusätzliche Klicken, das Du hörst, ist wahrscheinlich das Spiel der Pendelstange in der Pendelgabel. Vielleicht ist das etwas zu groß.
Ich kann das jetzt nicht erkennen, aber könnte jemand die Gabel auseinandergebogen haben, damit er die Pendelstange, bzw. die Verlängerung dazwischen geschoben bekommt und hat dabei übersehen, dass sich dafür extra eine ausgefräßte Stelle in der Stange befindet ?

Gruß
Peter
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Re: Bauteilbestimmung einer Wanduhr

Beitragvon pschles » Mo 23. Mai 2016, 18:31

Hallo Andi,

ich kann noch Infos zu denen von Petsch hinzufügen,
hier der Ausschnitt zu der Firma Paschen aus dem Lexikon der deutschen Uhrenindustrie 1850-1980 von H:H: Schmid:
Damit würde sich eventuell auch das Uhrwerk von M. Bäuerle erklären (wenn nicht nachträglich eingebaut)
Gruss
Peter
Paschen1.jpg
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Re: Bauteilbestimmung einer Wanduhr

Beitragvon Andi1888 » Mo 23. Mai 2016, 18:59

Hallo,

danke schon einmal für die Informationen.

Kann man denn so einen Drahtbügel noch irgendwo bestellen, oder kommt man besser man biegt sich selber etwas zusammen?
Gibt es bei diesem Uhrwerk generell die Möglichkeit den Gong zu blockieren?
Kann auch gerne noch weitere Bilder vom Uhrwerk bereitstellen.

Ja das Klicken kommt eindeutig aus dieser Richtung. Die Pendelgabel sieht in meinen Augen aber nicht aufgebogen aus. Kann es sein, dass die Pendelfeder zu lang oder zu kurz ist und das ganze System dadurch nicht optimal schwingt?
Der ganze Pendelmechanismus scheint aber auch noch etwas unrund zu laufen. Das Pendel führt nämlich zusätzlich noch eine leichte Kreisbewegung aus, also es bewegt sich um die Hochachse. Möglichweise liegt das aber auch daran das die Pendelverlängerung etwas krum ist. Das muss ich nochmal genau anschauen. Gibt es irgendwo eine Quelle wo man solche Ersatzteile bestellen kann?


Danke für die interessante Kopie, Peter.


Viele Grüße
Andi
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Re: Bauteilbestimmung einer Wanduhr

Beitragvon KleineSekunde » Mo 23. Mai 2016, 20:00

Hallo Andi,

Andi1888 hat geschrieben:Bei meiner Uhr schlägt außerdem die Pendelverlängerung
Wie groß ist denn das Spiel zwischen der runden Stange der Pendelverlängerung und der Gabel? Die Stange sollte sich frei bewegen können aber es sollte kein wirklich deutlich sichtbares Spiel vorhanden sein. Falls der Abstand nur minimal sein sollte, eventuell hilft etwas Fett zwischen der Pendelstange und der Gabel.

Andi1888 hat geschrieben:Das Pendel führt nämlich zusätzlich noch eine leichte Kreisbewegung aus, also es bewegt sich um die Hochachse.
Ist die Pendelfeder richtig ausgerichtet und konnte diese problemlos eingesetzt werden? Eventuell wurde die Feder unbeabsichtigt bei der Montage oder beim Einhängen des Pendels beschädigt. Gibt es Knickstellen?

Andi1888 hat geschrieben:Kann man denn so einen Drahtbügel noch irgendwo bestellen, oder kommt man besser man biegt sich selber etwas zusammen?
Ich denke, als bestellbares Ersatzteil / Katalogware dürfte es schwierig werden.

Andi1888 hat geschrieben:Kann es sein, dass die Pendelfeder zu lang oder zu kurz ist und das ganze System dadurch nicht optimal schwingt?
Ich würde davon ausgehen, dass selbst eine nicht zu 100% passende Feder zunächst geeignet sein sollte.

Andi1888 hat geschrieben:Gibt es bei diesem Uhrwerk generell die Möglichkeit den Gong zu blockieren?
Falls das Schlagwerk dauerhaft "blockiert" werden soll / nicht schlagen soll, würde es natürlich reichen, das Schlagwerk nach Ablauf der Feder nicht wieder aufzuziehen. Eine temporäre Abstellung (nachts) wird kaum mit vertretbarem Aufwand zu realisieren sein (Schloßscheiben-Schlagwerk ohne feste Koppelung an das Gehwerk).

Schöne Grüße

Guido / KleineSekunde
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Re: Bauteilbestimmung einer Wanduhr

Beitragvon Andi1888 » Di 24. Mai 2016, 18:59

Hallo,

hat die Uhr prinzipiell einen höheren Wert, sind Bäuerle/Paschen Uhren selten?
Oder kann ich das Uhrwerk getrost auseinander nehmen ohne mich hinterher groß zu ärgern wenn ich es nicht mehr zusammen gesetzt bekomme?

Viele Grüße
Andi
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Re: Bauteilbestimmung einer Wanduhr

Beitragvon KleineSekunde » Di 24. Mai 2016, 23:13

Hallo Andi,

Andi1888 hat geschrieben:hat die Uhr prinzipiell einen höheren Wert, sind Bäuerle/Paschen Uhren selten?
Oder kann ich das Uhrwerk getrost auseinander nehmen ohne mich hinterher groß zu ärgern wenn ich es nicht mehr zusammen gesetzt bekomme?
Was ist der Hintergrund deiner Frage? Wie wichtig ist dir die Uhr?

"Musealen Charakter" wird die Uhr vermutlich eher nicht haben, für ein erstes "Übungsprojekt" würde ich aber dennoch andere Werke empfehlen. Grundsätzlich dann zunächst Werke mit Gewichtsantrieb, um die möglichen Problematiken beim Abspannen der Federn bei Federzugwerken zu umgehen (siehe Sicherheitshinweise), um somit erst die Thematik des Zerlegens und des anschließendem Aufbaus von Uhrwerken zu üben.

Nun, das wäre meine Meinung. Und als "Autodidakt", wenn du in das Thema Uhren weiter einsteigen möchtest, wirst du vermutlich irgendwo immer "Lehrgeld" bezahlen müsen. Die Frage ist dann an welcher Stelle...

Schöne Grüße

Guido / KleineSekunde
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Re: Bauteilbestimmung einer Wanduhr

Beitragvon Andi1888 » Mi 25. Mai 2016, 06:40

Hallo,

Hintergrund ist, dass mir die sehr dunkle Farbe der Uhr nicht gefällt. Ich hätte also versucht etwas neues um das Uhrwerk zu bauen, etwas wo man auch ein wenig von dem Uhrwerk sieht, da mich die Mechanik sehr interessiert.
Dazu hätte ich als erstes gern alle Räder etwas sauber gemacht oder sauber machen lassen.

Und da das Gehäuse sowie so ein paar kleine Macken hat und auch ein paar Zierelemente fehlen ist der Wert für mich nicht sehr groß.

Viele Grüße
Andi
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