Klostermuseum 79274 St. Märgen

wo gibt es alte Uhren En gros und En Detail zu sehen ?
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  1. der Betreiber oder Angestellte eines Museums hier persönlich sein Museum vorstellt. Auch möglichst mit ein paar Erklärungen und Fotos (falls die Erlaubnis dafür vorliegt)
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Klostermuseum 79274 St. Märgen

Beitragvon droba » Sa 5. Dez 2015, 02:18

Das Klostermuseum St. Märgen hat sich zu einem anerkannten Spezialmuseum für die hausgewerblich gefertigten Uhren des Schwarzwaldes entwickelt. Zwar gibt es in Süddeutschland mehrere Uhrenmuseen, die auch Schwarzwälder Uhren zeigen und beschreiben- aber so umfassend, wie das Klostermuseum St. Märgen präsentiert und erklärt kein anderes Museum die verschiedenen Uhrenformen des Schwarzwaldes und deren Entwicklung, die hausgewerblichen Herstellungsmethoden, sowie den Schwarzwälder Uhrenhandel. Mehrere Gewerke, die mit der Herstellung der Schwarzwälder Uhren in Verbindung stehen, werden im Klostermuseum St. Märgen vorgeführt: Angefangen von den Uhrmachern, die die Uhrwerke nach Zuarbeiten durch andere Gewerke, wie Gestellmacher, Gießer, Räderdreher, Kettenmacher, Vogelschnitzer usw., zusammengesetzt haben. Besonders umfangreich werden in St. Märgen auch die Zifferblatt-Maler, die Hinter-Glas-Maler und die Uhrenschilder- und Figurenschnitzer dargestellt. Auch der Uhrenhandel in die verschiedenen Länder Europas, die Beziehung der Händler zu den Herstellern im Schwarzwald, werden anhand historischer Ausstellungsstü-cke und Unterlagen, durch Geschäftsbücher, persönliche Briefe und Fotos verdeutlicht und nacherlebbar.
Die Anfänge des Klostermusems St. Märgen gehen auf den Ratsschreiber Andreas Schwär (1901-1980) zurück. Noch zu einer Zeit, als die hölzernen Uhren des Schwarzwaldes kaum beachtet und häufig auch zerschlagen und im Ofen verheizt wurden, begann Andreas Schwär mit dem Sammeln von Schwarzwälder Uhren, von Werkzeugen und historischen Unterlagen. Der Wunsch von Andreas Schwär war der Aufbau einer Sammlung, als Grundstock für ein späteres Heimatmuseum in St. Märgen. Von vielen belächelt und nur von wenigen unterstützt wuchs die Sammlung langsam an. Die „Sammlung Schwär“ wurde 1968 im Rathaus St. Märgen erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht; im Jahr 1979 übernahm die Gemein-de St. Märgen die Sammlung Schwär.
Der pensionierte Schulrektor Ernst Hug und der Gemeindediener Josef Schwer erweiterten in den folgenden Jahren die Ausstellung und eröffneten diese 1988 im neuen Heimatmuseum St. Märgen. Die Sammlungsschwerpunkte waren Schwarzwälder Uhren, Hinterglasmalerei und Volksfrömmigkeit.
Als sich Ernst Hug altersbedingt zurückzog, hatte in St. Märgen bereits ein Umdenken einge-setzt und mehrere Bürger des Ortes interessierten sich zwischenzeitlich für die Ortsgeschichte und die Sammlungen im Heimatmuseum. Im Jahr 2000 bildete sich ein Förderkreis, bestehend aus Sponsoren, Leihgebern und Ehrenamtlichen, die eine fachkundige Erweiterung der Sammlungen und einen geregelten Museumsbetrieb mit sehr informativen Führungen ermög-lichten. Dank der Initiative von Josef Saier und weiteren Getreuen wurde mit tatkräftiger Un-terstützung des Bürgermeisteramtes von St. Märgen der Ostflügel des ehemaligen Klosters St. Märgen für die Sammlungen renoviert und zum Museum umgestaltet. In diesem Zusammen-hang wurde die Sammlung neu sortiert, umfassend beschrieben und sehr ansprechend aufge-baut. Durch gezielte Neu-Erwerbungen und durch Leihgaben von Privat-Personen und ande-ren Museen (z.B. Augustinermuseum Freiburg und das Badische Landesmuseum in Karlsru-he), konnten Lücken in den Beständen geschlossen werde. Die Exponate wurden bei Bedarf restauriert, die Präsentation und Beleuchtung der Uhren, die Erklärungen und Hinweise, sind heute vorbildlich.

Heute bietet das Klostermuseum St. Märgen in der mehr als beispielhaften Dauer-Ausstellung eine sehr umfassende Darstellung der Schwarzwälder Uhren und ihrer Entwicklung im Zeit-raum Ende des 18. Jahrhunderts bis etwa zum Ersten Weltkrieg. Besonders wird in den Sammlungen auch auf einige wichtige Uhrmacher-Dynastien des Ortes St. Märgen eingegan-gen, wie die Hackbrett- und Flötenuhren-Herstellerfamilie Wehrle oder auf den schon im 19. Jh. überregional bekannten Gehäuseschnitzer Matthias Faller. Deren sehr schön geschnitzte und ausgesprochen hochwertige Uhren wurden schon im 19. Jh. auch nach England und Ame-rika verkauft und gehörten schon zu ihrer Zeit zu den hochpreisigsten Uhren des Schwarzwaldes. Der Wert einer Hackbrett- oder Flötenuhr geht heute leicht in die Zehntausende.
Besonders beeindruckt ist der Verfasser dieser Zeilen von den im Klostermuseum St. Märgen sehr umfassend dargestellten Dekor-Arten der Schwarzwälder Uhren, die für den Export in andere Länder bestimmt waren. Denn nicht nur Uhren nach England oder Frankreich erhielten bereits im 19. Jh. spezielle Dekorformen, auch Uhren für Spanien, Ungarn, Russland und Rumänien wurden dem Geschmack dieser Länder zielgerichtet angepasst.

Neben der Dauerausstellung über das Schwarzwälder Uhrenhandwerk bietet das Klostermu-seum St. Märgen regelmäßig auch sorgfältig zusammengestellte Sonderausstellungen über Kunsthandwerker und Künstler sowie zu weiteren Themen des vergangenen und gegenwärtigen Lebens und Arbeitens im Schwarzwald an. Diese Sonderausstellungen sind ein weiterer und willkommener Anlass auf erneute Besuche und auf die sehr fachkundigen Führungen durch die Sammlungen des Klostermuseums St. Märgen.

Adresse:

Klostermuseum St. Märgen, Rathausplatz 1, 79274 St. Märgen
Tel.: 07669-91180 rathaus@st-maergen.de

Öffnungszeiten Klostermuseum St. Märgen (Stand Nov. 2015)
Das Klostermuseum St. Märgen ist ganzjährig an Sonntag- und Feiertagen
in der Zeit von 10:00 Uhr bis 13:00 Uhr geöffnet.
Von Mai bis Oktober ist das Museum auch Mittwochs und Donnerstags
von 10:00 Uhr bis 13:00 Uhr geöffnet.

An den geöffneten Tagen werden Führungen angeboten um 10.15 Uhr und 11.45 Uhr

Weitere Informationen unter http://www.kloster-museum.de/


Hier einige Bilder aus St. Märgen:

Das Museum in einem Flügel des ehemaligen Klosters St. Märgen:

1 Klostermuseum.JPG


Führung durch J. Saier
2 Führung J. Saier.jpg



IN den Sammlungen:

Eine Hackbrettuhr der St. Märgener Uhrmacherfamilie Wehrle. Sie spielt ein amerikanisches Lied und sie wurde auch aus Amerika zurück gekauft :
Hackbrettuhr Wehrle.JPG


3 Sammlung 0.JPG


4 Sammlung 1.JPG


5 Sammlung 2.jpg


6 Sammlung 3.JPG


7 Sammlung 4.JPG


8 Sammlung 5.jpg


9 verschiedene Dekore.JPG


10 Uhrmacherwerkzeug.jpg


11 Handel.JPG


Josef Saier bei Erläuterungen in der Sonderausstellung 2015.

12 Sonderausstellung 2015 (10).JPG


Viel Vergnügen bei einem Besuch im Schwarzwälder Uhrenmuseum im Kloster St. Märgen!

Droba
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Re: Klostermuseum 79274 St. Märgen

Beitragvon Der_Stromer » Sa 6. Feb 2016, 13:47

:) Ich plane schon mal die Reiseroute dahin. Vielleicht wird es ja heuer noch was.
Hallo aus der Oberpfalz
Rolf-Dieter, der Stromer

http://www.rolf-dieter-reichert.de
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Re: Klostermuseum 79274 St. Märgen

Beitragvon derTeichfloh » Do 19. Mai 2016, 19:39

Danke für den Tipp!

Dort war ich letztes Jahr - aber da sagte man mir, dass das Museum NUR Sonntags geöffnet hat.

Somit habe ich es dieses Jahr (Furtwangen im September) geplant.

Gruß,
derTeichfloh
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Re: Klostermuseum 79274 St. Märgen

Beitragvon gebuwa » Do 26. Mai 2016, 16:14

Wir, mein Sohn (Uhrmacherlehrling in FW) und ich, waren gestern dort und es hat uns sehr gut gefallen. Auf jeden Fall zu empfehlen.

Gruß Gerd
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